Die Euphorie der Kurokami Medaka

Da nach der Ausstrahlung von Medaka Box in dieser (nun schon fast wieder vergangengen) Season nicht gerade viele Zuschauer voll des Lobes über Gainax‘ neuesten Streich waren, sehe ich mich gezwungen für den Anime hier mal eine Lanze zu brechen. Deshalb folgt nun ein kleines Resumé.

In Medaka Box geht es, wie man bereits im Titel lesen kann, um Kurokami Medaka, eine herausragende Schülerin der Hanokiwa Akademie, die fast einstimmig zur Schülerratspräsidentin ernannt wurde. Sie hat sich nun zum Ziel gesetzt sich rund um die Uhr die Wünsche und Sorgen der doch recht ausgefallenen Schülerschaft anzuhören und diese zu lösen. Dabei stehen ihr ihr Kindheitsfreund Hitoyoshi Zenkichi, sowie später noch zwei weitere Schüler, Akune und Kikaijima, zur Seite. Zenkichi wurde mehr oder weniger dazu überredet dem Schülerrat beizutreten und im Grunde schätzt er auch die liebenswert burschikose Art seiner Präsidentin.

Wobei wir auch gleich bei dem Herzstück des Animes wären, den Charakteren. Diese warten nämlich, Gainax-typisch, mit sehr starken Persönlichkeiten auf. Allen voran Medaka ist mit ihrem extremen Gerechtigkeitssinn und ihrer erdrückenden Menschenliebe im Grunde schon eine Parodie auf all die großen Fighting-Shonen-Helden. Und Parodie ist auch das Stichwort. Diese findet man, wenn man genau hinsieht, nämlich zuhauf. Ob es nun Anspielungen auf die Super-Sayjajins von Dragonball, Kamina von Gurrren Lagann oder die entnervte Art von Zenkichi, die schon stark an Kyon von Haruhi erinnert, sind. Da bei Gainax aber Dinge gern überspitzt dargestellt und auch mal Genres auf die Schippe genommen werden (siehe Gurren Lagann), ist dies aber nicht weiter verwunderlich.

In den Folgen, die es bislang zu sehen gab (es wurde bereits eine 2. Staffel für Herbst angekündigt) drehten sich die Geschichten hauptsächlich um die tägliche Arbeit des Schülerrates und die kleinen Problemchen der Oberschüler. Dabei war die Comedy manchmal etwas abgedreht, aber immer nach meinem Geschmack. Doch hinter der lustigen Fassade konnte man bereits erahnen, dass die Hanokiwa Akademie keinesfalls eine gewöhnliche Schule ist. Allein die übermenschlichen Kräfte von Medaka, die scheinbar alle als selbstverständlich ansehen, und die Existenz einer Klasse Nr. 13, die besonders gefährliche Schüler beherbergt, lassen erahnen, dass die Serie in der 2. Staffel noch mehr in Richtung „Superpower“ geht. Auch die Auseinandersetzung mit der „Schulpolizei“ und ihren Chef Unzen war alles andere, als normal. Da diese Tatsachen aber nicht weiter hinterfragt werden, wird man als Zuschauer noch im Dunkeln gelassen, was es nun genau mit der Schule und den Schülern auf sich hat.

Ich, persönlich, fand diese Mischung aus abgedrehter Comedy und noch abgedrehteren (Wett-)Kämpfen – man nehme nur die Spiele im Schwimmbad – jedoch sehr unterhaltsam und zu keinem Zeitpunkt langweilig und eintönig. Medaka Box ist in den ersten Episoden noch relativ hektisch und hat dadurch sicherlich viele verschreckt. Im späteren Verlauf steigt jedoch die Intensität, was zum einen an den Kämpfen und zum anderen an den Mysterien rund um die Schüler liegt. Das größte Mysterium ist dabei sicherlich Shiranui (s. oberes Bild), die zwar wie ein kleiner Moe-Sidekick aussieht, aber gnadenlos offen ist und aus unerfindlichen Gründen Zweifel an der Schülerratspräsidentin hegt. Sie ist sicher der herausragendste Charakter der Serie.

Mein Fazit:

Wer Gainax und deren Sinn für das Extreme liebt, der bekommt mit Medaka Box genau das, was er haben will. Die Serie wandert derzeit auf dem Grad zwischen trashiger Comedy und ernsten Kämpfen. Für sich allein stehend wirkt sie eher wie eine Parodie, als eine ernsthafte Geschichte. Aus diesem Grund bleibt es abzuwarten, wie die 2. Staffel sich entwickelt. Der Anime hat aber definitiv Potenial für eine interessante Story mit packenden Kämpfen. Die einzigartigen Charaktere dafür sind jedenfalls schon vorhanden.

 

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6 Kommentare zu “Die Euphorie der Kurokami Medaka

  1. Gainax ist immer und jederzeit…kompliziert ^^ Manche ihrer Serie sind sehr stark (Abenobashi, NGE) andere immer etwas durchwachsen (Gurren Lagann, FLCL) aber langweilig sind sie garantiert nie. Werde mir das mal ansehen sofern sie es iwann mal dubben, tolle Überschrift nebenbei

  2. Mein Fazit:
    Wer Gainax und deren Sinn für das Extreme liebt, der wird bei Medaka Box wirklich enttäuscht. Die Serie wanderte irgendwo zwischen Durchschnittlicher und unfassbar mieser Comedy. Für sich allein stehend wirkt die Serie schlecht und auch bei genauem hinsehen erkennt man, dass man hiermit einfach nur seine Zeit verschwendet. Aus diesem Grund wird diese schlechte Machwerk wohl leider auch eine 2. Staffel bekommen, da leider viele in der 1. noch noch gemerkt haben, was sie hier eigentlich gucken. Der Anime hatte aber definitiv mal Potenial für eine gute Trashserie, hat dies aber in den Sand gesetzt.. Die Klischeehaften Charaktere machen das Ganze dann leider auch nicht mehr besser.

    • Gut, dass ich dich hier auch mal wieder treffe, Shino.
      Was ist nun eigentlich aus „Nazo no Kanojo X“ geworden? Hat sich das Mysterium um den Speicherfetisch nun aufgelöst?

      • Vielleicht solltest du öfters mal meinen Blog besuchen, dann wüsstest du auch was Sache ist. Kanojo X war am Ende nur noch schwach und bot nichts mehr. Anstelle von irgendwelchen Erklärungen oder Entwicklungen, brachten sie schlechtes Drama und das war es dann. Ein ziemlich schlechte Ende für eine Serie, die wirklich gut hätte sein könne, wobei ja die Mangas auch gut sein sollen.

  3. Pingback: Und nun ein Podcast: “Scheiße auf Band” | NanoDesu

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