Erlebnisbericht: Connichi 2012

Auch dieses Wochenende öffnete die größte deutsche Convention für Anime & Manga wieder ihre heiligen Hallen, um die Fans mit allerlei tollen Events, Panels, Workshops, Anime-Premieren und  Ehrengästen zu begrüßen. Bereits jetzt ist klar, dass wieder einmal der Besucherrekord vom letzten Jahr geknackt wurde: Satte 21.000 Otakus trieb es in die Mitte Deutschlands . Ein Grund mehr für einen ausführlichen Bericht meinerseits.

1. Con-Tag (Samstag)

Wie bereits erwähnt, reiste ich am Freitagabend an, um Quartier in einem kleinen Privatzimmer mit 2 Betten, Schrank und Fernseher zu beziehen. Leider gibt es (noch) nicht die Möglichkeit direkt im Kongress Palais in Kassel zu übernachten. Brauchte ich doch das Zimmer für nicht mehr, als Schlafen, Waschen und Frühstücken. Vielleicht sollte man dem Veranstalter mal vorschlagen, den großen Festsaal einfach in einen riesen Schlafsaal umzuwandeln^^. Nichtsdestotrotz fing es dann am Samstag früh für mich endlich an. Die Karte hatte ich schon vorbestellt, jedoch kam ich nicht darum, mich in die endlose Schlange vor dem Eingang einzureihen, in der alle gespannt auf die Eröffnung um 10 Uhr warteten. Hier merkte man schon, dass das Wochenende ideal für die Convention war. Bei knapp 27°C und strahlendem Sonnenschein fiel das Warten nicht schwer.

Drinnen angekommen habe ich mich dann mit dem guten Vigi getroffen und zusammen ging es dann zu allererst gemütlich die Stände abklappern und nach Fan-Futter suchen. Da stieß ich dann auch auf die letzte K-ON! Figur, die mir in der „Fuwa Fuwa Time“-Reihe noch gefehlt hat, die liebe Ritsu.

Ritsu, Mio, Mugi & Yui im Fuwa Fuwa Time Outfit

Anschließend gab Vigi mir eine kleine Einführung in die große Welt des Gos. Bereits in der BANZAI! hatte ich die Serie „Hikaru no Go“ aufmerksam verfolgt, aber mich nie wirklich intensiv mit den Regeln vertraut gemacht. Das Spiel sieht auf den ersten Blick relativ simpel aus, aber es erfordert viel vorausschauendes Denken und bereits ein kleiner Fehler kann den Sieg kosten.

Ab dem Mittag gingen wir dann erstmal getrennte Wege. Während Vigi auf Autogrammjagd war, wollte ich mir das Panel von Toru Furuya nicht entgehen lassen. Er hatte bereits Charakteren, wie Tuxedo Mask aus Sailor Moon, Yamchu aus Dragonball und Pegasus Seiya aus Saint Seiya seine Stimme geliehen und war auch nicht abgeneigt, Wünsche des Publikums zu erfüllen. So gab es neben diversen Leitsprüchen der Charas auch eine Gesangseinlage zu einem Charaktersong von Tuxedo Mask.

Danach ging es auch munter weiter mit der Podiumsdiskussion zum Urheberrecht, in der neben einem Vertreter der Piratenpartei, Christian Hufgard, auch der Geschäftsführer von Animexx, Tobias Hößl, der Stammgast Michael Wache, Initiator der Anime Copyright Allianz (ACA) und einer der Köpfe von AnimeonDemand und AV Visionen GmbH, sowie Dr. Michael Metzner, Anwalt für Urheber- und Medienrecht, anwesend waren. Diesmal waren die Möglichkeiten der „neuen“ Medien alias Youtube, Facebook, Tumblr und Co. und deren Beziehung zum Urheberrecht das Thema. Es wurde vor allem klar, dass es heutzutage schwierig ist, NICHT das Urheberrecht zu verletzen, zumal diese Medien den freien Austausch von Videos, Filmen, Bildern und anderen Inhalten ermöglichen, den wir im Grunde täglich pflegen. So stellte sich auch die Frage, inwieweit sollte hier das Urheberrecht gelockert werden, um in Zukunft nicht mehr auf Sätze, wie „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da […] die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden.“ zu stoßen. Hier zeigte sich die Stellung der Piratenpartei, die eine klare Trennung zwischen der kommerziellen und der privaten Nutzung solcher Inhalte fordert. Dadurch würden AMVs und andere Videos, die nur bestimmte Szenen von Animes enthalten eher geduldet und Fansubber, die ihre Arbeiten kostenlos zur Verfügung stellen, bräuchten keine Massenabmahnungen zu fürchten. Vielmehr sollte das den Weg ebnen für eine engere Zusammenarbeit von Lizenzinhabern und Fans. Auch der Sinn von Kopierschutz, gerade im Bereich des AnimeonDemand wurde hinterfragt, wobei hier die Meinungen auseinander gingen. Von Seiten des Animexx wurde an das Vertrauen in die Fans appelliert, die bereit sind, für neue lizensierte Animes und Mangas Geld auszugeben, auch wenn sie sie kostenlos über das Internet beziehen könnten. Dies biss sich dann aber mit den Erfahrungen des Herrn Wache, der immer wieder versuchte, das Ganze auch von der wirtschaftlichen Seite zu betrachten, so, wie es die Publisher natürlich auch sehen. Sobald das Video zur Diskussion online ist, werde ich den Link nachreichen.

Am späten Nachmittag traf ich mich dann wieder mit Vigi, woraufhin wir auf der Wiese fleißig Cosplay-Fotos machten. Da er die meisten bereits in seinem Artikel vorgestellt hat, hier nur noch ein paar zusätzliche Bilder:

Um 18.30 Uhr begann dann das Konzert der 3 Sängerinnen Faylan, Yoko Ishida und Chihiro Yonekura. Wie bereits im letzten Jahr beim Konzert von May’n, machten auch diesmal die Fans ordentlich Stimmung und das merkte man auch an den Sängerinnen. Allen voran Faylan legte ein paar sexy Tänze hin, zu denen sie, wie man später erfuhr, durch die zahlreichen sexy Cosplayer inspiriert wurde. Neben der Bewunderung für die Cosplayer teilten die Sängerinnen aber auch die Liebe zu den deutschen Kulturgütern schlechthin: Bier und Fleisch. Und da sage noch einer Stereotypen seien schlecht. Das Konzert war fast schon so, wie man es aus den zahlreichen Videos auf Youtube von japanischen Konzerten kennt. Energiegeladene Fans und haufenweise Leuchtstäbchen, die mal mehr und mal weniger passend zum Takt aus der Menge ragten.

Am späten Abend war dann nicht mehr viel los. Vigi und ich gönnten uns noch einen ausgiebigen Mitternachtssnack (das Chili Con Carne war echt lecker) und konnten dabei mal so richtig über die deutsche Bloggerszene ablästern^^. Nach kurzer Zeit mussten wir dann aber das Thema wechseln, da uns überhaupt nicht Negatives einfiel *Schleimspur hinterherzieh*. Da wir aber bald vom Personal aus dem Restaurant herausgekehrt wurden, ließen wir den Abend mit dem einzigen noch laufenden Event ausklingen, der AMV-Nacht.  Wie Vigi bereits berichtete waren dort so einige interessante und auch lustige AMVs zu sehen. Die Playlist dazu findet ihr hier. Die Videos werden auch demnächst auf animemusikvideos.de veröffentlicht. Das Gewinnervideo (und auch andere AMVs) findet ihr aber schon auf Youtube:

Somit endete dann auch schon der erste Con-Tag für mich um ca. 1 Uhr, als ich wieder in meinem Zimmer ankam. Ich machte mich dann auch gleich ins Bett um am nächsten Tag wieder hellwach zu sein.

2. Con-Tag (Sonntag)

Der Sonntag startete recht früh, da ich bereits am Morgen meine Sachen zusammenpackte, um auszuchecken, schließlich hatte ich keine Lust, nach der Con noch einmal zurück zum Zimmer zu fahren. Außerdem musste ich mir noch ein Sonntagsticket an der Tageskasse holen. Ich hätte mich aber nicht so sehr beeilen brauchen, da es im Grunde keine Schlange an der Kasse gab. Auch das Wetter spielte wieder mit, obwohl es frühs noch sehr nebelig war.

Nach dem obligatorischen Händler-Check im Verkaufsraum (die richtig guten Sachen werden ja nicht gleich am ersten Tag auf die Theke gelegt, aber das ist eine andere Verschwörungstheorie…) erledigte ich mit Vigi die Dinge, zu denen am Vortag keine Zeit war. So besorgten wir uns Autogramme der 3 Sängerinnen Faylan, Yoko Ishida und Chihiro Yonekura und ich ließ mir dann auch noch das Connichi-Poster von Toru Furuya signieren.

Angesteckt von Vigi, habe ich mir auch eine Kirino aus Oreimo geholt.

Der Rest des Sonntages verlief dann relativ chillig. Wir machten noch ein paar Fotos, spielten noch ein paar Runden Go, wobei uns diesmal ein Profi mit Rat und Tat zur Seite stand, und schlenderten gemütlich durch die Gänge. Dabei fiel uns auch die Mangabibliothek auf, die dieses Jahr neu auf der Connichi war. Hier konnte man in all den alten und neuen Bänden schmökern. Selbst längst vergriffene Reihen, wie Astro Boy gab es hier zu lesen.

Die Mangabibliothek

Den Abschluss dieses großartigen Events bildete dann – wie es der Name schon sagt – die Abschlussveranstaltung. Hier gab es ein Mini-Konzert der 3 Sängerinnen und es wurden noch einmal alle japanischen Ehrengäste verabschiedet. Außerdem wurden die Gewinner des World Cosplay Summit ausgelost, die Deutschland im nächsten Jahr beim Endausscheid in Nagoya vertreten werden. Herzlichen Glückwunsch hierbei an Beate und Daniela aus dem Team „Cherry Sky“. Weiterhin gab es das Gewinnervideo des AMV-Contest zu sehen und einen kleinen Clip der Fandubgruppe Crash Dub Studios.

So ging diese Convention bei mir mit einem weinenden und einem lachenden Auge zu Ende. Es ist schade, dass das Ganze nur ein Wochenende lief, aber ich habe jede Sekunde davon genossen und bin auch schon gespannt auf die nächste Connichi. Davor kommt aber erst einmal die Leipziger Buchmesse, die ja auch immer viel Interessantes bietet^^.

Kuriositäten dieser Connichi

Wie zu erwarten bei einer Convention zu Manga und Anime ist hier natürlich nur wenig „normal“. Es gab allerdings ein paar Dinge, die mich etwas verwundert haben:

1. Japaner scheinen eine besondere Beziehung zum Ausdruck „Banzai!“ zu haben. Im Japanischen wird dieser Spruch ab und an für Glückwünsche gebraucht (wörtlich übersetzt „Glück für die nächsten 1000 Jahre“) oder aber als Schlachtruf verwendet. Das erklärt aber immer noch nicht, warum man sogar ein Foto von meiner BANZAI-Tasche machte, die ich damals zum Abo des gleichnamigen Magazins bekommen hatte. Auch die 3 Sängerinnen waren irgendwie fasziniert davon, diesen Ausdruck auf einer Umhängetasche zu sehen.

2. Die elektronischen Nekomimi sind nun endlich auch bei uns angekommen und wurden im Händlerraum für satte 99€ das Stück verkaufto_O! Komischerweise sah man am Samstag fast jeden Dritten mit diesen Katzenöhrchen auf dem Kopf rumlaufen. Das hatte mich dann, vor allem bei dem Preis, doch sehr verwundert. Sogar Yoko Ishida ließ es sich nicht nehmen sie bei ihrem Auftritt zu tragen. Verzeichnet sich etwa hier ein neuer Trend in der Otaku-Szene?

3. Die Serie Maken-ki! hatte ich bei Ihrer Erstausstrahlung im japanischen TV nicht verfolgt. Umso mehr waren Vigi und ich dann überrascht, als wir kurzeitig den Videoraum besuchten, in dem die erste Folge lief. Es gibt tatsächlich Ecchi-Serien, die es schaffen, in jeder 2. Aufnahme einen Panty-Shot unterzubringen, dabei noch schöne und flüssige Animationen liefern und eine halbwegs plausible Story erzählen. Wer hätte das gedacht?

4. Cosplays zu Serien, die erst kürzlich im japanischen TV liefen sind ja auf Conventions sehr rar gesäht, wenn nicht sogar gar nicht vorhanden. Umso überraschender war es, als ich ein Cosplay zu „Binbougami ga!“ fand. Der Anime hat in Japan gerade einmal 10 Folgen und hier gibt es schon ein tolles Cosplay dazu. Respekt.

Meine Wünsche für die nächste Connichi

Dieses Jahr haben die Veranstalter schon vieles richtig gemacht. Allen voran das Konzert der 3 Sängerinnen war grandios und den Schritt, einen japanischen Synchronsprecher einzuladen habe ich auch sehr begrüßt. Für das nächste Jahr würde ich mir jedoch wünschen, dass, sollte es noch einmal ein Vocaloid-3D-Konzert geben, dies doch bitte nicht am Freitag direkt nach der Eröffnung stattfinden sollte. Dafür wäre auch locker Sonntag mittag noch Zeit gewesen. Außerdem fände ich es super, wenn auch einmal etwas bekanntere Gäste, wie z.B. Arina Tanemura oder Seiyus, wie Aki Toyosaki (Yui in K-ON!) und Satomi Satou (Ritsu in K-ON!, Wendy in Fairy Tail) kommen würden. Zumal ich die letzten beiden Besuche von Tanemura-sama leider nicht wahrnehmen konnte. Allerdings mache ich mir bei den Seiyus nicht sehr große Hoffnungen, da diese meist in Serien mitsprechen, die hier in Deutschland nicht so bekannt sind, wie die Platzhirsche, Sailor Moon, Dragonball, One Piece oder Detektiv Conan. Gegen deutsche Synchronsprecher hätte ich aber auch nichts einzuwenden^^. Ich denke da z.B. an Tommy Morgenstern (Son Goku in DB), Dirk Meyer (Lysop in OP, Fry in Futurama, Takashi in HOTD) oder Sebastian Schulz (Yami Yugi in YGO, Trunks in DBZ, Zuko in Avatar). Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, wir können auch nächstes Jahr wieder mit tollen Gästen rechnen. Und auch Faylan und Co. haben zugesichert, dass sie gerne wiederkommen würden. Warten wir also ab, was die nächste Connichi bringt.

In diesem Sinne möchte ich mich dann aber auch erstmal meinen Bericht schließen. Fast 2.000 Wörter sind mehr als genug. Den Rest überlasse ich euch. Sicherlich gab es noch viel mehr interessante Sachen, die ich hier vergessen habe zu erwähnen. Wenn ihr also selbst noch Erfahrungen zur Connichi zu berichten habt, dann könnt ihr sie gern in die Kommentare schreiben.

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10 Kommentare zu “Erlebnisbericht: Connichi 2012

  1. Toller Artikel!
    Cool das du das Gewinner Video schon gefunden hast, ich habe es vergeblich auf der Internetseite direkt versucht. Ist echt super cool geworden.
    Was heist hier „Angesteckt von Vigi…“ DU wolltest sie doch auch!!!
    Gib es ruhig zu 😛
    In der Mangabibliothek waren wir eigentlich viel zu kurz. Es gab zwar jeden Manga, aber irgendwie kam ich nicht richtig in Leselaune, schade.
    Die „Podiumsdiskussion zum Urheberrecht“ klingt im nachhinein doch echt spannend gewesen zu sein, zu doof das ich genau zu dem Zeitpunkt meinem Autogramm hinter jagen musste,
    Ich hoffe auch, dass bei der nächsten Connichi Synchronsprecher aus z.B. K-ON! da wären. Aber das wird denen wohl kaum gelingen *trauer*
    Sry nochma, das ich so viele tolle Cosplaybilder vorweg online gestellt habe, ich werde mich bessern 😀

    LG Vigi

  2. Schöner Bericht, vor allem „Kuriositäten“ und „Wünsche“ waren unterhaltsame Aspekte dieses Artikels. Die Ohren ähhh… wie soll das denn ernsthaft konsequwnt funktionieren? O_o Wirkt für mich eher wie ein Furby für den Kopp D_D;

    Geil ist ja die Mangabibliothek, aber ich hätte mir wohl 1000 Bände für die nächste Co0nichi „Geliehen“ *muhaha* >:D Würde mich mal interessieren ob es auch englishe Bände gab(?)

    Maken Ki hat in jeder zweiten Szene einen Pantryshot? Ist ja wenig, Aigent Aika schaffte immer 5 pro Szene XD Allgemein auch hier ein guter Bericht, schöne Sache ^^

    • Englische Mangas hab ich soweit nicht gesehen. Die Mangas wurden aber glaube ich alle von unseren deutschen Publishern (EMA, Tokyopop und Co.) bereitgestellt, daher wird es keine englischen gegeben haben.

      • Englische Bände gibt es keine. Meine Finanzen lassen es nicht zu (ich schaffe es ja nicht einmal, alle deutschsprachigen Mangas zu kaufen).

  3. Oh man *neidisch guck* Wie gern wäre ich mit euch mitgekommen! Aber naja, nächstes Jahr dann 🙂
    Ganz besondert gefallen mir deine K-ON Figuren!!

    Gruß Arisa

  4. Da wär ich auch echt gern dabei gewesen! Schon alleine, um mal ein paar Leute in natura zu treffen. 🙂

    Die Figur von Kirino sieht ja auch super aus. :O

  5. Interessanter Bericht und schöne Fotos.^^ Ich glaube, ich wäre in der Manga-Bibliothek hängen geblieben, gerade wegen der vergriffenen Manga. XD

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