Review: Yuru Yuri – Sind Mittelschülerinnen die besseren Oberschülerinnen?

Der neue Trend im Anime-Business scheint nun immer öfter  in Richtung Mittelschüler-Slice-of-Life zu gehen. Einer der bekannteren Vertreter hiervon ist „Yuru Yuri“, dessen 2. Staffel in diesen Sommer zu Ende ging. Aber sind Mittelschüler-Animes so viel besser als Oberschüler-Animes?

In Yuru Yuri begleiten wir die Aktivitäten des „Amüsierklubs“, in dem die 4 Schülerinnen Yui, Kyouko, Chinatsu und Akari ihr Unwesen treiben. Wobei Aktivitäten schon fast zu viel gesagt ist. Meist werden hier Mangas gelesen, Tee getrunken und über allerlei Unsinn philosophiert. Und damit ist auch schon alles gesagt, denn das Konzept von Slice-of-Life schreibt es ja schon vor: Wenig Story, mehr Comedy und gut ausgearbeitete Charaktere. Und hier zeigt sich Yuru Yuri von seiner starken Seite. Die Charas sind allesamt komplett unterschiedlich. Wir haben die ernste Yui, die ihre abgedrehte Genki-Girl-Freundin Kyouko immer wieder auf den Boden holen muss, die total verliebte Chinatsu, die ihren Senpai Yui am liebsten heiraten würde und Akari, die eigentlich die Hauptakteurin sein soll, aber an chronischen Screentime-Verlust leidet. Später kommen auch noch Chitose, Ayano, Himawari und Sakurako vom Schülerrat dazu. Chitose hat die seltene „Begabung“ alles durch einen Yuri-Filter zu sehen, wenn sie ihre Brille abnimmt. So fantasiert sie in jeder erdenklichen Situation von Ayano und Kyouko, immer gefolgt von einem Schwindelanfall mit dem obligatorischen Nasenbluten. Ayano ist eine Tsundere, wie sie im Buche steht. Auch wenn sie sich ständig über Kyoukos überdrehte Art aufregt, scheint sie doch gewisse Gefühle für sie zu hegen, was sie jedoch, ganz tsundere-like, niemals zeigen würde. Das beste Pärchen sind aber meiner Meinung nach Himawari und Sakurako. Während Himawari fast in jeder Folge als Tittenmonster beschimpft wird, sorgt Sakurako mit ihrer dümmlich-lustigen Art regelmäßig für Lachkrämpfe. Die Folgen in der zweiten Staffel, in denen die beiden näher in den Mittelpunkt rücken fand ich super. Denn auch wenn sie sich streiten sieht man doch, dass sie beste Freudinnen sind und einander im Grunde lieben.

Und damit komme ich auch schon zu einem wesentlichen Aspekt, der bereits im Serientitel erwähnt wird: dem Yuri-Faktor. Auch wenn der Anime nicht auf direkte Yuri-Szenen setzt, so werden doch immer wieder nicht-sexuelle Anspielungen darauf gemacht (wenn man mal die Tagträume von Chitose außen vor lässt^^). Und dieses Rezept von Comedy und kleinen Mittelschülerinnen, die einfach nur zusammen Spaß haben wollen geht auf. Auch wenn der Vergleich mit K-ON! nahe liegt, so unterscheiden sich die beiden Serien doch in einigen Punkten voneinander. Die Charaktere in „Yuru Yuri“ sind ausgefallener und haben krassere Persönlichkeiten , aber auch der Comedy-Anteil ist größer. Dafür kann die Serie weniger mit emotionalen Momenten glänzen und stellenweise wirken diese sogar deplatziert (siehe Folge 11 der 2. Staffel).

Während die erste Staffel sich noch stark um Kyouko, Yui, Ayano und Chitose (die Zweitklässler) dreht, rücken in der 2. Staffel die Erstklässler um Akari, Chinatsu, Himawari und Sakurako mehr in den Vordergrund. Für mich als Fan von Akari und dem Duo Himawari X Sakurako war das perfekt und ich habe die 2. Staffel sehr genossen. Vor allem der Gag um Akaris fehlende Präsenz wurde in der 1. Staffel mehr als totgetreten. Da war es schön, sie später in voller Aktion zu sehen. Denn auch wenn sie nicht so verrückt und durchgedreht ist, wie der heimliche Main Kyouko, so weiß sie doch durch ihre tollpatschig-süße und unfreiwillig komische Art zu glänzen. Allein wegen ihr hat sich die 2. Staffel für mich schon gelohnt.

Was die Musik angeht, so war der Soundtrack der ersten Staffel noch durch Niedlichkeit und Fluffigkeit (gibt es dieses Wort überhaupt?) geprägt. In der zweiten Season wurde das Ganze dann etwas popiger und hier gefiel mir dann auch das Opening und Ending deutlich besser. Zugelegt haben die Produzenten auch bei den Animationen, ähnlich wie schon bei der 2. Staffel K-ON!, die sich nochmal ein Stück weit von ihrem Vorgänger abhebte. Die Mädchen wirken stellenweise sogar etwas reifer und weiblicher, als in der ersten Staffel, die ja, wie bereits erwähnt, mehr auf dieses Kindlich-Fluffige setzt. Auch eine Entwicklung, die ich sehr begrüßt habe.

Mein Fazit:

„Yuru Yuri“ ist School Comedy, wie sie sein soll. Ausgefallene Charas, die es immer wieder schaffen, jede noch so banale Situation in ein Gag-Feuerwerk zu verwandeln. Auch wenn die 1. Staffel eher durchschnittlich wirkt, so nimmt die Serie ab Beginn der 2. Staffel richtig Fahrt auf und hier bleibt dann kein Auge trocken. Man sollte jedoch einen Sinn für häufig recht sinnfreie Blödeleien haben und die Serie nicht so ernst nehmen. Auch ist der Anime stark episodisch aufgebaut (mit einigen Fillern), was nicht zuletzt an der recht kargen Mangavorlage liegt, und lässt daher keinen Spielraum für Storyentwicklung. Im Grunde ist er wie eine Sitcom in Anime-Form.

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9 Kommentare zu “Review: Yuru Yuri – Sind Mittelschülerinnen die besseren Oberschülerinnen?

  1. Die zweite Staffel hat auf jeden Fall noch mal vieles verbessert. Ich fands auch gut, dass sich auch um die anderen Charaktere gekümmert wurde. Die waren in der ersten Staffel ja doch mehr im Hintergrund.

    Mal schauen, wann ich mit meinem Review fertig werde, geplant hatte ich das ja schon.^^

  2. Ach ich weiß nicht, du hättest für mich die Figuren lieber nochmal Bildlich unterscheiden sollen, ich lese im ersten Part soviele Namen und kann sie nicht wirklich zu etwas assoziieren da stellt sich bei mir kein richtiger Bezug ein. Ansonsten klingt der Anime „ok“ aber ich bräuchte derzeit wohl eher mal wieder was abgedrehteres, ansonsten ganz nette Review ^^

  3. Kurz zum Fazit:
    „„Yuru Yuri“ ist School Comedy, wie sie sein soll. Ausgefallene Charas, die es immer wieder schaffen, jede noch so banale Situation in ein Gag-Feuerwerk zu verwandeln.“
    Okay, kommt auf meine Watchlist, ich liebe Animes, die gute Comedy Elemente habe, über die man auch lachen kann. Der Anime klingt sehr danach 😀

  4. „Dafür kann die Serie weniger mit emotionalen Momenten glänzen und stellenweise wirken diese sogar deplatziert (siehe Folge 11 der 2. Staffel).“
    Okay, das kann ich einfach nicht so stehen lassen. Also zum einen war die Vorlsetzte YuruYuri Folge wohl mit die aller beste der ganzen Season. Ich meine bei all dem miesen Drama was sich in den aktuellen Seasons so abspielt, war dieses hier jedenfalls noch gut gemacht. Zum anderen habe ich das richtig gelesen, K-ON! hatte emitionale Momente? Ähm…. sicher das wir auf dem selben Planeten leben?

    „Die Mädchen wirken stellenweise sogar etwas reifer und weiblicher, als in der ersten Staffel, die ja, wie bereits erwähnt, mehr auf dieses Kindlich-Fluffige setzt.“
    Okay jetzt bin ich mir sicher, dass wir in verschiedenen Welten leben müssen.Denn die Chars haben sich kein bisschen verändert und wirkten auch weiterhin wie Grundschülerinnen. Also echt, wie kann man diesen Haufen voller Lolis für reif halten? Oder war das vielleicht nur ein super schlecht gemachter Witz von dir?

    Ach verdammt und dabei wollte ich dir mit der Serie doch eigentlich in allem zustimmen, na was solls. Denn ja, YuruYuri 2 war eine tolle Serie und sogar besser als die 1. Staffel. Warum? Einfach weil Akarin mehr Screentime hatte! Kyoko wird nach einer bestimmten zeit einfach öde, Akarin jedoch nicht. Ich würde es sogar legitim finden, die Serie einzig und alleine wegen Akarin zu konsumieren, denn sie ist einfach zu süß. Also ja, die Serie ist ganz klar eine der besseren moe Comedy Shows da draußen und sollte ruhig geguckt werden.

    • Soweit geht unser beider Meinung dann wohl doch nicht auseinander (was mich diesmal echt wundert). In deinem letzten Absatz stimme ich dir nämlich auch voll und ganz zu. Akari ist einfach unvergleichlich süß^^.

      Was das Drama angeht, so kommen wir wohl nicht auf einen Nenner. Also bitte, die letzte Folge K-ON! war doch einfach herzzereißend. Ist dein Herz etwa aus Stein?!

      Das mit dem „reifer“ und „weiblicher“ war nur auf die Animationen bezogen. Die fand ich in der 2. Staffel besser. Die Persönlichkeiten der Mädels hatten sich natürlich nicht verändert.

  5. @ alex_roston
    „Soweit geht unser beider Meinung dann wohl doch nicht auseinander (was mich diesmal echt wundert).“
    Warum wundert dich das so sehr? Ich war ein Fan der ersten Staffel und die zweite war auch meine Lieblingsserie, in dieser Season und auch die einzige Serie, auf die ich mich überhaupt gefreut hatte. Ließt du meinen Blog nicht? ^^‘

    „In deinem letzten Absatz stimme ich dir nämlich auch voll und ganz zu. Akari ist einfach unvergleichlich süß“
    Ja, Akarin ist einfach pure Liebe! Außerdem auch toll, dass diese Season endlich mal ihre Schwester richtig Screentime hatte.

    „Was das Drama angeht, so kommen wir wohl nicht auf einen Nenner. Also bitte, die letzte Folge K-ON! war doch einfach herzzereißend.“
    Letzte Folge K-On!….. öhm…. was war da? Tut mir leid, aber es ist schon fast 4 Jahre her, dass ich das geguckt habe. Ich weiß das die 2. Season am Ende noch einen sehr tollen Song hatte und Azu-nyan gegen ne Wand gelaufen ist, aber sonst.

    „Ist dein Herz etwa aus Stein?!“
    Nope, es ist maximal schon von wunderbaren Serien und Charakteren eingenommen. Ließ einfach mal Bokurano oder schau Kemono no Souja Erin, dann weißt du, was wirklich emotionale Handlung bedeutet.

    • Naja, nach deinem ersten Kommentar zu Yuru Yuri:
      „Auch weiterhin viel Yuri, wenig Humor und dafür noch mehr moeness und Yuri. Eigentlich hatte ich die erste Staffel ja lustiger in Erinnerung, aber dafür haben wir ja jetzt mehr moe knuddel Tsunderes als Main, also was solls.

      Fazit: Gucken ja eh nur Fans der 1. Staffel und diese wissen auch wieso. (nein, sie ist trotzdem nicht wirklich gut)
      5,5/10 Punkte“

      … hätte ich eigentlich nicht gedacht, dass die Serie sooo gut bei dir wegkommt. Wenn man deine Worte hier mal in dein Bewertungssystem für Animes überträgt, dann müsste bei Yuru Yuri nun doch sicher eine 6/10 stehen, oder^^?

      BTW, benutz ruhig mal Emoticons. Dann versteht man auch besser, wenn du mal was sarkastisch meinst^^.

  6. Du solltest öfters mal auf meinem Blog vorbeischauen, denn dann wüsstest du, dass ich meine Meinung auch immer mal wieder ändere, da auch die Folgen sich ändern. YuruYuri 2 fing etwas schwach an und erinnerte mich eher an die Vorseason, die auch immer mal schwächere Folgen hatte. So ca. ab der Hälfte ging die Serie aber in die vollen und war dann dauerhaft unterhaltsam. 6/10 sind da locker drin, wenn nicht sogar schon 6,5/10. Eine 7 wie bei Ika ist es dann aber doch nicht ganz geworden, selbst wenn Akarin schon sehr an die moeness von Ika rankommt und das will bei mir was heißen. Jedoch setzte YuruYuri sonst einfach zu sehr auf gängige Klischees.

  7. Pingback: Und nun ein Podcast: “Scheiße auf Band” | NanoDesu

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