Warum gerade Anime und Manga?

In letzter Zeit ist es mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen wurden, nicht zuletzt durch die Serie „SKET Dance“, die dieses Thema aufgreift: Der Grund, warum ich Animes schaue und Mangas lese? (Der Einfachheit halber werde ich nur auf Animes eingehen, auch wenn sich viele Sachverhalte auf Mangas übertragen lassen.)

Laut den inoffiziellen „Regeln“ eines Anime- und Manga-Blogs sollte dies zwar einer der ersten Artikel sein, den der Blogger mit seinen Lesern teilt. Aber seit wann läuft bei mir alles nach Schema F ab^^? Deshalb werde ich mich nun mit dem Thema beschäftigen und hoffe, dass es auch andere dazu bringt, sich stärker bewusst zu werden, was man eigentlich von Animes erwartet bzw. an ihnen liebt.

Also greifen wir ruhig einmal die oben genannte Serie SKET Dance auf, die vielleicht nicht allzu vielen bekannt sein dürfte, allen voran da es kaum gerSubs dazu gibt. Der Anime an sich ist sehr wechselhaft. Es gibt zur einen Hälfte sehr schöne Folgen, in denen die Charaktere und ihre Gefühle im Zusammenhang mit ihrer Vergangenheit in den Mittelpunkt rücken. Zur anderen Hälfte gibt es Episoden, in denen man sich denkt: „Was zur Hölle habe ich mir hier gerade angetan?!“ Darauf will ich jetzt aber gar nicht weiter eingehen. Der Punkt ist, worum es in diesem Anime eigentlich geht: Um Freundschaft.

SKET Dance handelt von einem Schulclub (was sonst?!), in dem die 3 Mitglieder Bossun, Himeko und Switch ihren Klassenkameraden bei allen erdenklichen Problemen helfen. Support (=Unterstützung), Kindness (=Freundlichkeit), Encouragement (=Ermutigung), Troubleshoot  (=Problembeseitigung) sind hier die 4 Eckpfeiler des Clubs. Die Charas sind beste Freunde, obwohl sie sich nicht gerade unter idealen Umständen kennengelernt haben und eigentlich jeder sein Päckchen zu tragen hat. Gerade das macht Sie aber so sympathisch.

Um nun zum Thema zurück zu kommen, „Warum gerade Anime und Manga?“ Der Grund ist ganz einfach. Es ist dieser Freundschaftsaspekt und der Wille Anderen zu helfen und eine Bindung mit Ihnen aufzubauen, was ich daran so liebe. Mal ehrlich, gerade unsere (deutsche) Gesellschaft ist stark durch Höflichkeitsfloskeln und einer gewissen Unnahbarkeit geprägt. Man ist Anderen gegenüber anfangs oft distanziert und versucht nicht so viel von sich preis zu geben. Das ist nur natürlich und auch eine Art Schutzreflex, damit man nicht sofort verletzt wird. Umso erstaunlicher und anerkennender ist es da, wenn man jemanden findet, der diese Hürde zu überwinden versucht, um den Anderen besser kennen zu lernen und sich dabei auch selbst ein Stück weit verletzbar macht. Ich für meinen Teil versuche selbst nach diesem Motto zu leben. Andernfalls hätte ich manche Menschen vermutlich nie kennen gelernt und diesen Blog würde es dann sicherlich auch nicht geben^.

Und das ist auch der Grund, warum mir (und auch vielen anderen) vor allem klassische Fighting-Shonen ála One Piece und Fairy Tail gefallen. Denn machen wir uns nichts vor, richtig gute Freunde oder sogar beste Freunde zu finden ist nicht einfach. Im Laufe des Lebens findet man vielleicht eine Handvoll Menschen, denen man, ohne zu zögern, sein Leben anvertrauen würde. Doch in Animes passiert es oft, dass die Charaktere solche Leute treffen und mit sich mit ihnen durch gute und schlechte Zeiten kämpfen. Deshalb kann man über Fighting-Shonen sagen, was man will, aber die Botschaft dahinter ist immer eine sehr wertvolle. Dieser unabdingbare Wille für das Wohl Anderer zu kämpfen und dabei niemals aufzugeben, wie stark der Gegner auch sein mag, ist meiner Ansicht nach etwas wirklich Erstrebenswertes. Vor allem in der Serie Tengen Toppa Gurren Lagann wird dies auf die Spitze getrieben. Simon, der sich immer wieder selbst pusht, um sein Schicksal und das aller zu verändern, dabei fast ausnahmslos an seine Freunde denkt und sich voll und ganz aufopfert. Obwohl die (Mecha-)Kämpfe sehr übertrieben sind und wohl eher parodistisch sein sollen, bleibt die Moral auch hier dieselbe: Gemeinsam kann man alle Hürden überwinden und gute Freunde sind nicht mit Gold aufzuwiegen.

Achtet man einmal sorgfältig darauf, findet man dieses Thema in irgendeiner Form in gut und gerne 80% aller Animes. Sei es nun in typischen Slice-of-Life-Serien, wie K-ON! und Lucky Star, in Mystery-Animes ála Detektiv Conan oder eben in ALLEN Fighting-Shonens. Und das ist auch der Grund, warum ich die meisten Animes Realfilmen vorziehe. Der Wert der Freundschaft wird hier einfach deutlicher hervorgehoben, während in Realfilmen viel öfter Liebe, Drama oder einfach nur banale Action eine Rolle spielen. Nicht, dass sie dadurch schlechter wären, als Anime, sie decken halt einfach nur nicht diese Bandbreite ab.

Außerdem wird in Animes viel mehr mit Hintergrundmusik gespielt. Solche Szenen, wie in Angel Beats! zwischen Yui und Hinata, in denen leise im Hintergrund ein Insert Song mit passenden Lyrics erklingt, sind in Animes viel häufiger anzutreffen. So etwas ist mir in Realfilmen bis jetzt nur in Keinohrhasen aufgefallen (siehe Videos  – Achtung, SPOILER!). Dies trägt einfach maßgeblich zur Stimmung bei und berührt einen als Zuschauer viel mehr, als bloße Instrumental-BGM. Dabei spielt es auch keine Rolle, in welcher Sprache gesungen wird.

Video 1

Video 2

All das macht für mich einen Großteil dessen aus, wie ein Anime rüberkommt. Es erschafft diese einzigartige Stimmung, die ich schon in vielen Serien erlebt habe und die sich immer wieder positiv von anderen Medien abhebt. Egal, ob es nun bekanntere Serien, wie K-ON! oder One Piece sind, oder aber unbekannte Perlen, wie Aria oder SKET Dance. Denn auch eine gut durchdachte Story bringt rein gar nichts, wenn sie dem Zuschauer lieblos hingeklatscht wird und die Charaktere so unglaubwürdig sind, dass man ihr Handeln nicht nachvollziehen kann. Aus diesem Grund hoffe ich auch weiterhin auf viele tolle Figuren, wie Ruffy und Bossun, die mir zeigen, dass es sich wirklich lohnt, sich für andere einzusetzen und dass wahre Freundschaft kein Märchen ist, dass Eltern ihren Kindern vorm Einschlafen erzählen.

Advertisements

5 Kommentare zu “Warum gerade Anime und Manga?

  1. Ein wenig philosphisch geworden dein beitrag aber es ist in sachen Otaku-Dasein allgemein auch immer schön in eine „Szene“ zu geraten die ja auch solche Thematas hat wie Freundschaft und Glauben etc. Ich finde es meistens bewegender wenn Figuren sterben oder sich und ihre persönlichn probleme überwinden müssen (teilweise ja dank freunden) aber mit Musik ist sowas natürlich immer einen Ticken emotionaler.

    Bin ja mal auf deinen SKET Dance bericht gespannt

  2. Na endlich kommt diesser Artikel.
    Ne Schertz, ich kenne SKET Dance zwar nicht aber das ist hier nicht weiter relevant.
    Habe viele solcher Artikel schon gelesen und muss sagen, dass sich der hier mal ganz anders ließt. Meist heißt es einfach, ich habe Animes als Kind nach der Schule gesehen und nicht aufgehört, darum schaue ich Animes auch noch jetzt. Du schaust Animes aus einem, naja, philosophischen Grund, was schon recht selten ist. Toller Einblick den du uns da gewährst!

  3. Das überrascht mich jetzt^_^*. Hätte nicht gedacht, dass der Artikel philosophisch rüberkommt. Ist aber irgendwie schön so. Schließlich regt Philospohie auch immer dazu an, selbst einmal drüber nachzudenken^^.

    @Kame
    Ein extra SKET Dance-Bericht war zwar nicht geplant, aber mal schauen^^.

  4. Jup ich muss auch sagen es ist nicht wie in anderen derartigen Artikel das geschrieben wurde „ich schau Animes weil ich das schon seit Kindheit mache“ nein es hat einen nachdenklichen Hintergrund mit einen tatsch Philosophie =D
    Sehr schön muss ich sagen. (Auch wenn ich wie Vigi und Kame SKET Dance nicht kenne =P )

    (‐^▽^‐)

  5. Pingback: Kurz-Review: SKET Dance & Toradora | Alex' Anime Allerlei

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s