Review: Steins;Gate – Verrückte Wissenschaftler sind wieder im Kommen

vlcsnap-2012-12-28-17h27m47s29

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und die Zeit war wieder einmal viel zu knapp, um all das zu machen, was man sich vorgenommen hat. So jedoch nicht für unseren verrückten Wissenschaftler Okabe Rintarou, der in Steins;Gate die längsten 3 Wochen seines Lebens verbingt (ich könnte mich gerade selbst küssen für diese tolle Überleitung XD). Vergesst „Zurück in die Zukunft“, hier wird euch einer der spannendsten SciFi-/Mystery-Animes überhaupt geboten.

Doch lasst uns zunächst ganz von vorn beginnen. Steins;Gate behandelt die Geschichte des „Meddo Seientisto“ (Mad Scientist = verrückter Wissenschaftler) Okabe Rintarou, der sich selbst den Decknamen Hououin Kyouma gegeben hat und, immer auf der Flucht vor der mysteriösen Organisation, an der Entwicklung einer Zeitmaschine forscht . Natürlich ist das alles nur halb so aufregend, wie es klingt, denn auf den ersten Blick ist er einfach nur ein Student im Laborkittel mit einer blühenden Fantasie und dem Hang zur Übertreibung. Zusammen mit seinen zwei Freunden Daru und Mayuri hat er ein kleines Labor gegründet, in dem sich allerhand skurrile Gegenstände rumtreiben, allen voran eine Telefonmikrowelle, die Bananen in Gelee verwandelt. Als er am 28. Juli 2010 in Akihabara einer Vorlesung über Zeitreisen beiwohnt findet er die aufstrebende junge Wissenschaftlerin Makise Kurisu (da sie gerade aus den USA kommt soll es wohl „Max Chris“ heißen – WTF, was für ein Name für ein Mädchen?!) tot in einer Blutlache liegend. Als er daraufhin seinem Otaku-Freund Daru eine SMS über den Vorfall schickt, verschwimmt ihm alles vor Augen und nachdem er wieder zur Besinnung kommt steckt ein satellitenähnlicher Gegenstand in dem Vorlesungsgebäude, in dem sich Okabe gerade noch befand. Im Labor angekommen erfährt er, dass er gar nicht bei der Vorlesung war, sondern diese vom Professor abgesagt wurde. Einige Zeit später treffen er und Daru Makise Kurisu plötzlich wieder, doch sie scheint alles andere als tot zu sein…

vlcsnap-2012-12-28-16h28m48s211

Man wird gleich in der ersten Folge in die Story hineingeworfen, die von Episode zu Episode immer spannender wird. In Steins;Gate dreht sich dabei alles um Zeitreisen, wobei  mit Fachbegriffen nicht gegeizt wird. Gott sei Dank wurden aber die passenden Infos in meinem Fansub mit verpackt.  Als Grundlage für die Serie und die zuvor erschienene Visual Novel diente das Mysterium um John Titor, einer Person, die in den Jahren 2000 und 2001 in einigen Chat-Foren auftauchte und behauptete ein Zeitreisender aus dem Jahr 2036 zu sein. Er machte Vorhersagen, die, teils vage, teils genauer waren, aber bis heute nicht eintraten. Auch im Anime taucht er als User auf, wobei es hier jedoch deutliche Unterschiede im Vergleich zu dem „real erschienen“ John Titor gibt.

vlcsnap-2012-12-28-16h29m11s197

Alles fängt relativ ruhig an, doch die Spannungskurve zeigt steil nach oben und mit jeder Folge tauchen neue Rätsel auf und alte werden gelöst.  Was das angeht könnte man leichte Parallelen zu Death Note ziehen, auch wenn die Story-Ansätze unterschiedlicher nicht sein könnten. Mir gefiel allerdings dieses Mitdenken und Miträtseln, wie man es schon bei Death Note machen konnte, obwohl es im späteren Verlauf teilweise schwierig wird bei den ganzen Zeiten nicht durcheinander zu geraten. Trotzdem kann man der Handlung allemal leichter folgen, als der in Death Note. Naja, aber eigentlich will ich die Animes nicht vergleichen, da Steins;Gate einen komplett anderen Stil hat, wie es an die Mysterien herangeht. Das Thema Zeitreisen wurde zwar bereits vielfach in Büchern, Filmen, Mangas und auch anderen Animes behandelt, aber meistens raucht einem danach der Kopf, da es nun mal ein sehr komplexes Thema ist. Auch wenn die meisten Zeitreise-Geschichten relativ einfach gehalten sind (einmal in die Vergangenheit reisen, dann in die Zukunft und dann wieder zurück oder so…), bleiben danach oft viele Fragen offen. Wenn sich die Zeit linear bewegt, warum gibt es mich dann doppelt, wenn ich in die Vergangenheit reise? Oder gibt es vielleicht doch mehrere Zeitebenen, und wenn ja, wie könnte ich dann wieder in meine Ebene zurückreisen?

vlcsnap-2012-12-28-16h39m01s213

All diese Fragen werden hier leicht verständlich gelöst und ich war am Ende wirklich sehr zurfrieden darüber, wie alles aufgeklärt und die Geschichte schön rund abgeschlossen wurde. Auch nach einigem Nachdenken konnte ich keine Logikfehler und kaum Plotholes finden.

ACHTUNG! SPOILER! (Anfang)

Einzig die Zeitreisen, die Okabe unternahm, um die D-Mails rückgängig zu machen, waren nicht immer ganz nachvollziehbar.  Er konnte ja seine Erinnerungen nur immer 48h zurückschicken, ist aber manchmal trotzdem vom 15.8. zum 11.8. gelangt. Hier wäre dann die Frage, ob er in mehreren Schritten zurückreiste und ob er es manchmal per D-Mail oder per Erinnerungs-Zeitmaschine machte.

ACHTUNG! SPOILER! (Ende)

vlcsnap-2012-12-28-16h35m46s47

Aber auch die Charaktere wirken sehr menschlich, da sie zwar allesamt recht seltsam sind, aber auch ihre eigenen Schwächen und Macken haben, Krisen durchmachen und für einander da sind, wenn sie Probleme haben. Da haben wir den überheblichen Studenten, der sich in seinem Kopf in wilde Fantasieszenarien flüchtet, weil ihm das normale Leben zu langweilig scheint; dann gibt es den dicken Otaku und Computerexperten, der gern seine 2D-Mädels bewundert und Stammgast im Maid-Café ist; das liebe und verträumte Mädchen, das extrem naiv ist, aber von allen gemocht wird; und die begabte Teenager-Physikerin, eine Tsundere vor dem Herrn. Anfangs war mir Okabe auch nicht sonderlich sympathisch, da er mit seinen Sprüchen eher lächerlich wirkte. Doch im Verlauf der Serie macht er eine bewundernswerte Entwicklung durch. Wie er sich nach all dem Erlebten trotzdem immer wieder aufrafft – auch dank seiner Freunde, die ihn unterstützen – ist einfach beneidenswert. Man spürt förmlich die Verzweiflung, die ihn gegen Ende hin vereinnahmt. Aber auch die Nebencharaktere abseits des Labors sind schön ausgearbeitet. Ich denke da nur an Mr. Braun, Suzuha oder Moeka.

vlcsnap-2012-12-28-16h35m23s83

Animationstechnisch bewegt sich der Anime auf sehr gutem Niveau und der Soundtrack ist, soweit ich ihn mitbekommen habe, sehr passend gewählt. Die Serie wird nämlich oft von Stille begleitet, in der man nur ein paar Hintergrundgeräusche, wie das klassische Zirpen der Zikaden oder typischen Großstadtlärm hört. Opening und Ending passen super und auch die Insertsongs in den letzten Folgen haben mir gefallen.

Mein Fazit:

Steins;Gate ist ein Anime, der es versteht, den Zuschauer gleich von der ersten Minute an in den Bann zu ziehen. Die hohen Bewertungen auf verschiedenen Anime-Portalen sind mehr als gerechtfertigt. Es ist eine Serie, die zu einem großen Teil von ihrer Atmosphäre und dem Leiden der Protagonisten lebt. Das Szenario ist stellenweise ähnlich düster, wie bei Death Note, weshalb auch kaum Platz für Humor bleibt. Maximal Okabes sinnlos-arrogante Gerede oder das Otaku-Verhalten von Daru können dem ein oder anderen ein Schmunzeln entlocken. Ich fand es jedenfalls nicht sonderlich lustig. Wer also auf witzige Szenen ála Slice-of-Life steht, der bekommt hier relativ harte Kost. Trotzdem lege ich jedem, der gut ausgearbeitete Stories zu schätzen weiß, an’s Herz, sich den Anime anzuschauen (auch ohne gerDub^^). In den USA wurde er bereits synchronisiert und ich hoffe, dass er es auch irgendwann zu uns schaffen wird.

In diesem Sinne: El Psy Congroo.

Advertisements

5 Kommentare zu “Review: Steins;Gate – Verrückte Wissenschaftler sind wieder im Kommen

  1. Hi Alex,
    auch ich habe mir Steins;Gate vor kurzer Zeit angeschaut und war einfach begeistert, wie genial und durchdacht die Serie war (vor allem haben die Macher aus der Pleite von Chaos;Head gelernt^^). Auch ein großes Kompliment für dein Review, das hast du richtig gut geschrieben, ich bekomm gleich Lust den Anime noch mal zu sehen ;DD

    Bei welcher Subgroup hast du dir den angeschaut (dem einen Bild zu Folge vermute ich mal BN)?

    el psy congroo

  2. Klingt… nicht wirklich schlüssig. Konnte mit der Angabe nicht so wirklich maximal viel anfangen. Es geht um zeitreisen und es ist Mystery, den Rest muss ich wohl selber erfahren. Wenn es dein Vorhaben war einen neugierig zu machen ist das gelungen, hätte mir aber mehr klare Bilder zu den Charas gewünscht. Ansonsten nette Review ^^

  3. @Kirito
    Ich hab den Sub von Chinurarete genommen. Und bei ein paar Folgen auch den von Newgene.

    @Kame
    Das Problem ist, ich kann (und will) nicht viel von den Charas und der Story vorwegnehmen, da ich sonst eventuell schon zu viel verraten würde. Aber für dich ist das eigentlich genau der richtige Anime. Vertrau mir einfach^^.

  4. Ich höre immer wieder, wie grandios dieser Anime sein soll, doch habe ich ihn bis jetzt noch nicht gesehen. Doch nach dem positiven Artikel bin ich neu motiviert, ihn mir doch recht bald mal rein zu ziehen. Dann kann ich auch sagen, ob ich das was hier so steht unterschreiben könnte oder ob das alles humbug ist 😛
    Ich denke aber eher ersteres 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s