Erlebnisbericht: Yu-Gi-Oh! Championship Series 2013 in Bochum

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Das Deck ist gemischt und die Duel Disk auf Hochglanz poliert. Da kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Ob dem so war oder nicht erfahrt ihr nun in meinem Bericht über die diesjährige YCS in Bochum.

Alles begann am Freitag, den 22.02.2013: Gegen Mittag macht ich mich in die Spur Richtung Essen. Immerhin lagen knapp 4-5 Stunden Fahrt vor mir und der Check-in musste vor 18 Uhr erfolgen. Im Astoria Hotel in Essen angekommen nutzte ich ein paar Minuten, um erst einmal Tasche und Co. zu verstauen und dann ging es auch gleich nach Bochum zum Ruhrkongress. Von Weitem konnte man bereits die Jubelrufe der Fußballfans des VFL hören, dessen Stadium direkt nebenan war. Leider blieb mir dafür aber keine Zeit, wollte ich mich doch bei der Pre-Registration anmelden. Gesagt, getan.

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Die Location war mir ja bereits von der Deutschen Meisterschaft 2012 bekannt und bis auf den Mangel an Imbissbuden in der Nähe des Ruhrkongresses finde ich sie auch gut gewählt.  Doch bevor ich meine Deckliste abgeben würde, wollte ich die Chance nutzen um noch ein paar Exemplare der Madolche Magileine zu ertauschen/kaufen, die ich als Sucher-Karte natürlich in meinem Madolche-Deck unbedingt benötigte. Dabei traf ich dann auch auf Yami no Yami und ein paar andere Kumpels aus dem Süden. Nachdem ich zwei Magileines ergattern konnte stand der Anmeldung auch nichts mehr im Wege. Als Bonus gab es die, schon in der News versprochene, YCS-Karte. Einige Zeit später ging es dann wieder ins Hotel, vorher lecker Döner schnabullieren und ab ins Bett.

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Der Samstag startete dank der Pre-Registration recht entspannt und bereits um 10 Uhr wurde die erste Runde des Main Events eingeleitet. Mein erster Gegner glänzte direkt mit einem Feuerfaust-Deck, was mich verwunderte. Immerhin kam das dazugehörige Starter Deck erst vor wenigen Wochen raus. Nichtsdestotrotz musste ich eine Niederlage einstecken, da meine Madolches einfach nicht schnell genug waren. Im zweiten und dritten Duell lief es auch nicht gerade besser. Hier spielte ich ebenfalls gegen ein Feuerfaust-Deck und gegen ein Insektor-Deck.  Mein Problem, neben dem schlechten Ziehen, war einfach, dass meine Madolches immer einen Zug zu langsam waren. So konnte ich keine anständigen Xyz-Beschwörungen durchführen.

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Nach drei Matches konstatierten Yami no Yami (die auch dreimal verloren hatte) und ich, dass das Main Event wohl nichts für uns werden würde. Daher entspannten wir uns etwas in der „Lounge“, aßen und philosophierten über mögliche Verbesserungen unserer Decks. Nachdem Yami  mit ihrem Gish-Kill-Deck ebenfalls nicht sonderlich erfolgreich war, machte sie sich ans Bauen eines Prophecy-Decks. Dieses Magier-Deck ist zurzeit schwer im Kommen und mit dem Support in den kommenden Booster-Editionen wird es wohl auch Meta-Game-tauglich werden. Den Rest des Nachmittags/Abends verbrachten wir dann in der Duelist League bei den Public Events. Zum Abendbrot gab es diesmal lecker Hühnchen von KFC^^.

Am Sonntagmorgen hieß es dann Check-out und ein letztes Mal die YCS besuchen, bevor es wieder in die Heimat gehen sollte. Das sowohl Yami und ich, als auch die anderen Jungs aus dem Main Event gedroppt waren, war es nun Zeit für die Public Events. Wir versuchten uns in den Win-a-mat-Turnieren, wobei Momo sogar eine der begehrten Yuma-Matten gewinnen konnte. Am Nachmittag machten wir uns dann alle wieder nach Hause und so endete die diesjährige YCS für mich.

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Mein Fazit (inkl. Kritik):

Bei der YCS konnte man wieder viele Duellanten treffen, die aus all unseren Nachbarländern nach Bochum pilgerten. Trotzdem gefiel die DM mir besser, was vielleicht daran liegt, dass es immer weniger anstrengend ist, wenn man beim Duellieren auch Deutsch reden kann^^. Die Organisation wirkte zwar manchmal etwas hektisch und chaotisch, aber die Organisatoren und Judges behielten immer einen kühlen Kopf und konnten alle Probleme klären. Respekt dafür.

Ich mache jedoch kein Geheimnis daraus, dass mir das Metagame in Yu-Gi-Oh! ziemlich auf den Sack geht. Es zeugt einfach von wenig Kreativität unter den Duellanten, wenn gerade einmal 4-5 verschiedene Decks gespielt werden. Die meisten sind so erpicht darauf, oben mitspielen zu wollen, dass sie die Spielmechaniken der beliebten Decks auswendig lernen, anstatt selbst zu schauen, welches Deck mit welchem Spielprinzip zu ihnen am besten passt. Ich frage mich, wie viele Leute wohl den Anime geschaut hätten, wenn Yugi in jeder 3. Folge sein Deck wechselt und dann jede Mal dieselben Spielzüge runterrattert.

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Eine weitere Marotte, die mir diesmal extrem aufgefallen ist, ist das allseits beliebte „Plus machen“. Manchmal ist es schon erstaunlich, wie 10-14-jährige Kinder feilschen und handeln können, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht. Da wird jeder Gebrauchtwagenhändler blass vor Neid. Aber bei all der Gewinngier und dem Verlangen, die Kosten eines besuchten Turniers unbedingt wieder hereinzubekommen, bleibt der Spaß am Duellieren oft auf der Strecke. Irgendwie hatte ich das Gefühl die Meisten waren nicht zum Spielen, sondern zum Tauschen und Handeln dort. Deshalb meine Nachricht an all die jungen Yu-Gi-Oh!-Spieler:

Denkt nicht so viel darüber nach, wie ihr möglichst viel aus euren gekauften Karten rausschlagen könnt, sondern wie ihr sie für euer Deck gewinnbringend verwenden könnt. Gute und vor allem spielstarke Decks sind nicht die, die nach einer Einkaufsliste bei Ebay zusammengestellt werden, sondern die, die sorgfältig durchdacht werden. Wo glaubt ihr haben die Welt- und Europameister ihre Deckzusammenstellungen her? Bestimmt nicht aus einer der Decklisten im Internet (schließlich sind die Decklisten im Internet von den Champions). Traut euch eigene Wege zu gehen, denn wer in die Fußstapfen anderer treten will, hinterlässt selbst keine.

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Mein Tipp: YGOPro

Eher zufällig bin ich auf der YCS auf das Online-Game „YGOPro“ aufmerksam geworden. Es benutzt dasselbe Gameplay, wie die Tag Force-Games auf der PSP und ist ideal für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Ich finde es sogar besser als das Dueling Network, weil hier alle Aktionen (Aktivieren v. Effekten, Legen der Karten in den Friedhof, Mischen etc.) automatisch ausgeführt werden, wie man es eben aus den PSP- und Nintendo DS-Spielen kennt. Man braucht sich keine Gedanken, um Rulings und die richtige Interpretation von Effekten zu machen, da dies bereits alles von selbst geregelt wird. Man lädt einfach die Zip-Datei herunter, entpackt sie und schon kann man loszocken. Und das Beste: Es gibt es auf DEUTSCH!!!

Schaut es euch unbedingt mal an. Ihr werdet es lieben^^!

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3 Kommentare zu “Erlebnisbericht: Yu-Gi-Oh! Championship Series 2013 in Bochum

  1. Das programm am Ende klingt ja nicht übel, mach mich ja nicht wieder süchtig du ^^

    Ein guter Bericht, hättest vielleicht noch 1-2 Madolche Karten zeigen können, ich weiß zwar was das is aber so Noobs wie andere (;D) wissen damit sicher nicht viel anzufangen. Ja Meta ist wirklich öde, ist mir schon letztens im Onlinespiel aufgefallen, 3-4 Karten nutzte jeder was schon etwas fade war, zumal ichs bei einem echten turnier verstehe, aber im netz ohne gewinne?

    Das mit dem handeln hm, kommt drauf an, in einem bestimmten alter verdient man halt nichts da muss man mehr handeln, aber so extrem sich reinzusteigern ist wirklich quatsch denke ich, da hast du schon recht

    Schöner Bericht von dir ^^

  2. Interessanter Bericht!
    Ich bin und werde wohl nie ein Kartenspieler sein (mich interessieren mehr die tollen Illustrationen xD) Aber anhand deines Berichtes kann man gut den Spaß nachvollziehen, den so ein Turnier mit sich bringt (oder im Falle der fragwürdigen Duellanten, die du beschreibst: mit sich bringen SOLLTE). Ich denke, da muss man nicht mal unbedingt immer gewinnen, um etwas für sich daraus mitzunehmen ^^
    Aber in so einem Fall würde ich wohl auch in erster Linie Turniere bevorzugen, auf denen ich mich deutsch verständigen kann – es ist ja eine teilweise recht komplexe Angelegenheit mit den Karteneigenschaften und das alles immer auf Englisch zu vermitteln stelle ich mir schwerer vor. 😛
    Mein Freund fängt jetzt ebenfalls wieder damit an und geht da mit derselben Einstellung heran wie du: ein gut durchdachtes Deck kommt nicht vom Himmel geflogen, das muss man sich ordentlich zusammenrecherchieren und genau abwägen.
    Bestimmt würde er sich freuen, wenn ihr euch auch mal duellieren könntet. ;D

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