Erlebnisbericht: Connichi 2013 (Teil 2)

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Und weiter geht’s mit meinem diesjährigen Connichi-Bericht.

2. Tag –  Samstag

Kurz vor 10 Uhr ging es am meistbesuchtesten Tag der Convention los, auch wenn das Wetter mit Dauer-Nieselregen nicht gerade ideal war. Da ich vormittags jedoch nicht wirklich viel an Programmpunkten im Auge hatte, die mich interessieren könnten, schlenderte ich erst einmal etwas im Händlerbereich herum, um zu schauen, was es dort so interessantes gibt. Neben den großen Läden wie Figuya, J-Store und dem Italiener mit den vielen Figuren, dessen Namen ich mir nie merke, gab es allerhand Mangastände, wo man deutsche, aber auch original japanische Bücher kaufen konnte. Ähnlich galt für die DVDs und BDs, von denen teils auch amerikanische Veröffentlichungen angeboten wurden. Interessant waren wie immer auch die – ich nenn sie mal – „Bastler“, die selbstgefertigte und -bemalte Figuren anboten. Hier kann man sich (allerdings auch für einen nicht geringen Preis) eine einzigartige Figur sichern, oder auch von seinem Lieblingscharakter eine Figur in Auftrag geben. So etwas hat sicher nicht jeder Fan im Regal stehen. Natürlich gab es auch wieder jede Menge Hobbyzeichner, die ihre Doujins sowie diverse Sticker, Postkarten, aber auch Anhänger und Clips anboten. Auch wenn ich dort nichts kaufte, so ist es doch schön zu sehen, wie liebevoll so manche Fans an ihren eigenen Werken arbeiten.

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Um 12 ging es dann aber auch gleich wieder weg von den Händlern zum Haupteingang, wo das alljährliche Fansubberfoto gemacht wurde. Das war bei dem Wetter zwar nicht ganz so schön, aber die Stimmung war trotzdem gut.

Im Anschluss ging ich mit MetalFire ein wenig über die Cosplayer-Wiese, wo sich wieder Menschen über Menschen stapelten. Neben den üblichen Verdächtigen wie Naruto, One Piece, Dragonball und Co. traf man dieses Jahr viele Shingeki no Kyoujin- AKA Attack on Titan-Cosser.

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Um halb 2 trennten sich dann wieder unsere Wege, da ich mich zu einem Mini-Konzert der beiden Sänger Takayoshi Tanimoto und Shuhei Kita aufmachte, die unter anderem das Opening zu Dragonball Kai sangen. Leider war es nach einer halben Stunde schon vorbei, was ich ziemlich schade fand.

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Danach habe ich mir wieder mit MetalFire und ein paar anderen Fansubbern die Zeit vertrieben und stattete dem Anime-Kino mal einem Besuch ab, in dem gerade Aiura und Love Lab liefen. Wer Aiura kennt, der weiß, dass dieser 3-Minuten-Anime etwas „anders“ ist (vor allem das Opening XD). Da war es lustig, die Reaktionen der anderen Zuschauer zu beobachten.

Um halb 7 ging es dann in den großen Saal, wo das Konzert von Nagareda Project startete. Für das echte Japano-Feeling durften natürlich nicht die beiden Leuchtstäbchen fehlen, die ich mir zuvor noch am Eingang besorgte. Das Konzert an sich war dann auch recht gut. Es waren viele dort und die Stimmung war super. Einzig die Wahl der Coversongs, die die Band spielte, fand ich ziemlich schlecht. Es waren fast durch die Bank weg Songs, die im Original von einer Frau gesungen wurden. Man nehme da nur „God only knows“ von Aya Hirano, „Don’t say lazy“ aus K-ON! oder das Evangelion-Opening. Da ich diese Lieder alle schon kannte und viele Male gehört habe, war das Feeling einfach nicht dasselbe mit so einer „deftigen“ Männerstimmte. Auch wenn viele meinten, das Konzert war große Klasse, dieser Wermutstrofen bleibt da doch.

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Und als wenn das noch nicht gereicht hätte für Samstag, gönnte ich mir danach noch einen kleinen Photoshop-Workshop, der aber leider ziemlich langweilig war und mich nicht lange an den Stuhl fesselte. Hier wurde erklärt, wie man richtig ausschneidet. Allerdings wirkte die Vortragende ziemlich verstreut und ich persönlich bin halb eingepennt. Aus diesem Grund habe ich mich dann auch schon recht zeitig in die Herberge gemacht.

3. Tag – Sonntag

Der letzte Tag brach an und es ging (für meine Verhältnisse sehr zeitig) um kurz vor 10 Uhr auf die Con. Wie immer lief es etwas gemütlicher. Ich nutzte die Zeit, um etwas im Händlerbereich zu stöbern und holte dabei gleich meine Akarin, die ich bei Figuya bestellt hatte.

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Um 12.15 Uhr ging es dann aber zum Panel eines meiner Lieblings-Animationsstudios: GAINAX. Zu Gast waren, neben dem Chef Hiroyuki Yamaga und seiner Frau, auch Yoshiyuki Sadamoto, der Mangaka und Kopf hinter Neon Genesis Evangelion. Sie zeigten Szenen aus ihrem neuen, derzeit noch laufenden Anime „Stella Women’s Academy, High School Division Class C3“ (kurz „C3-bu“) sowie einem kleineren Werbeprojekt in Zusammenarbeit mit dem Künstler Akira Yamaguchi. Hier konnten vor allem NGE-Fans Fragen stellen und ich hab es mir auch nicht nehmen lassen, die eine oder andere Info zu ergattern.

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Ich fragte u.a., wie sie die Abkehr einiger ihrer Leute von GAINAX zu dem neuen Studio TRIGGER sehen und ob sie sich in Zukunft wieder eine Zusammenarbeit mit diesen vorstellen könnten. Yamaga-san sagte, dass es möglich wäre, mit einzelnen Leuten in ferner Zukunft mal etwas zu produzieren (da es in der Anime-Industrie ja üblich ist, sich Leute für verschd. Projekte zu „borgen“), aber es wäre nichts Bestimmtes geplant. Weiterhin wollte ich wissen, ob der neue Regisseur, der sich für C3-bu verantwortlich sieht, auch in Zukunft weitere Projekte leiten wird. Hier meinte Yamada-san, dass dieser Anime für ihn mehr eine Art Generalprobe sei und man danach entscheide, ob er auch in Zukunft bei weiteren Produktionen Regie führen dürfe. Alles in allem hielt man sich von GAINAXs Seite aus sehr bedeckt, aber ihr wisst ja: Nichts Genaues weiß man nicht.

Interessant war aber auch zu hören, dass ein Anime über die traditionelle japanische Teezeremonie geplant ist, zu dem Yamadas Frau höchstpersönlich zur Zeit den Manga liefert. Aber auch über den neuen Evangelion-Film erfuhr man viel. Nämlich zum Einen nichts, aber auch nullkommanichts und überhaupt nichts. Hier wissen nämlich die Produzenten wohl selber noch nicht so genau, wie es nun diesmal enden soll. Aber Yoshiyuki Sadamoto wird ja vorerst nicht von GAINAX verschwinden, daher bin ich zuversichtlich, dass sie auch dieses Ding schaukeln werden.

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Leider kam ich nicht mehr dazu, nach einer 3. Staffel Medaka Box zu fragen, da die Zeit wie im Flug verging und die anschließende Autogrammstunde bereits anstand. Leider konnte ich mir keine Unterschrift sichern, da auch hier die Zeit viel zu knapp war und man schließlich den Rest der Meute nicht mehr hereinließ. Aber da GAINAX ja so gut wie jedes Jahr auf der Connichi vertreten ist, mache ich mir da keine Sorgen^^. Und danach ging es auch schon zurück ins gelobte Land, hatten MetalFire und ich ja noch 2 ½ Stunden Fahrt vor uns.

Fazit dieser Connichi:

Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt. So täuscht auch der erneute Besucherrekord mit ca. 4.000 zusätzlichen Fans, im Vergleich zum letzten Jahr, nicht darüber hinweg, dass mir diese Connichi nicht ganz so gut gefallen hat, wie die letzte. Ein paar Schmankerl, wie das GAINAX- und das peppermint anime-Panel waren den Besuch schon wert, aber der Rest war eher mittelmäßig. Es mag vielleicht daran liegen, dass ich jetzt schon das 3. Mal auf dieser Con war oder daran, dass ich diesmal die kompletten 3 Tage dort war, dass es sich etwas ausgekaut angefühlt hat. Wer weiß. Aber letzten Endes bin ich riesen froh, dass es die Connichi gibt, wo sich (auch wenn es nur 1x im Jahr ist) Manga- und Anime-Fans aus ganz Deutschland treffen und austauschen können. Man trifft immer wieder interessante Leute, engagierte Cosplayer und bekommt viel Input von Seiten der deutschen Verlage und Publisher. Allein dafür ist es schon wert, dorthin zu fahren. Aus diesem Grund werde ich auch nächstes Jahr wieder dabei sein und das Jahr danach vermutlich auch und so weiter und so fort.

In diesem Sinne danke für’s Lesen und vielleicht sieht man sich ja im nächsten Jahr^^.

Extra: Kuriositäten dieser Connichi

Auch dieses Jahr gibt es wieder eine kleine Sammlung von (für mich) merkwürdigen Erkenntnissen, die ich von der Connichi 2013 mitgenommen habe. Viel Spaß dabei.

– Das wohl größte Ärgernis dieses Jahr war, dass – für die meisten Besucher sicher vollkommen unverständlich – viele der geplanten Fansubs in den Animekinos ins Wasser fielen. Als Ausrede musste dies hier herhalten:

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In Wahrheit lag es aber daran, dass ein japanischer Produzent wohl spitz gekriegt haben muss, dass böse, böse Fansubs auf der Con gezeigt werden, die dann auch nicht mal NUR für die Con angefertigt werden, sondern auch so verfügbar sind. Da die Japaner ja bekanntermaßen gespalten über die Fansub-Szene denken, beschloss man sich von Seiten des Komitees, gewisse Anime aus dem Programm zu nehmen, um die Produzenten nicht noch mehr zu verärgern. Es lief dann ein abgespecktes Programm, bei dem aber trotzdem noch ein paar Fansubs gezeigt wurden. Hoffen wir, dass es nächstes Jahr wieder besser wird.

– Wer gern seine Anime-DVDs zu günstigen Preisen kauft, der war dieses Jahr goldrichtig auf der Connichi. Hier gab es sogar alte Serien zum Schnäppchenpreis!

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– Auch dieses Jahr gab es wieder allerlei Cosplayer, darunter den in ersten Beitrag bereits erwähnten Strap-Man, aber auch Hanako aus Katawa Shojou, die Jungs aus Tsuritama, einen Brook, der wirklich Geige spielen konnte(!) und die Yu-Gi-Oh! ZeXal-Bande. Leider konnte ich kein Foto von den Free!- und Fantasista Doll-Cosplayern machen. Na ja, vielleicht nächstes Jahr.

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9 Kommentare zu “Erlebnisbericht: Connichi 2013 (Teil 2)

  1. Fumoffu 400€, ich hoffe du hast mir auch gleich ne Box von gekauft? Und wann kommt der Strap Man OVA? Haste garnicht erwähnt du schuft! Ansonsten ein sehr interessanter, vor allem aber ehrlicher Blick. Manche reden ja von diversen Cons als wäre es 24 Stunden lang Disneyworld auf LSD, und sehen ja nirgends einen Makel.

    Schade nur das du mal keine dieser selbstgemachten Figuren fotoknipselt hast, oder durfte mach nicht? Wie war eigentlich die Essensfrage dort geregelt? Und hast du dir die komplette Strap Man Mangareihe gekauft??!?!?!

    Geil das man Gainax fragen konnte, ich liebe den Laden ja auch aber ich hätte sicher gefragt wieso der Manga A) so scheiße is und B) jemals enden wird

    Danke für den guten Bericht!

    • Die Fumoffu-Box ist auf dem Weg zu dir. Musst du aber per Nachnahme bezahlen^^.
      Von den Figuren hab ich keine Bilder gemacht. Hab dieses Jahr irgendwie nicht so darauf geachtet, möglichst von vielen Dingen Fotos zu machen.

      Sobald erste Scans zu Strap-Man erscheinen, werde ich den höchstpersönlich übersetzen XD.

  2. Echt toller Bericht, du hast genau das erlebt, was an mir vorbei gegangen ist.
    Auch beneide ich dich um die tolle Figur ^^ und um den frien online speicher, der dir so viele tolle Bilder erlaubt xD

    DIe Konzerte und auch das Klo sind iwie an mir vorbei gegangen, aber auch ich ahbe viel Zeit im Händlerraum verbracht, komisch das wir uns trotzdem im Go Raum getroffen hatten.

    Naja, du kannst das alles noch mal im Oktober live berichten, apropo, da muss ich noch ne Info zu rausschicken…

  3. Wirklich sehr schöner und vor allem ausführlicher Bericht, Da ich selbst noch nicht auf der Connichi war, ist die Größendimension im Vergleich zur Leipziger Buchmesse für mich nicht vorstellbar.
    Ein paar Fragen hab ich dennoch:
    Hast du das Maid-Café, dass den Namen von Dante’s Lieblingsspeise ‚Strawberry Sunday‘ erhielt, besucht.
    Und wie fandest du die Synchronisation von Sword-Art Online?

    Greets

    • Das Maid-Café hab ich gar nicht mitbekommen. Sollte es nicht eher ein Butler-Café geben? Butler hab ich nämlich vereinzelt gesehen.

      Die Synchro von SAO find ich recht gelungen. Aber für deutschen Dub bin ich mittlerweile zu subjektiv geprägt, weil ich vieles als OmU schaue. Trotzdem gefällt mir Patrick Keller. Er ist echt ein sympathischer Kerl und gerade bei den Schrei-Szenen hat er ganze Arbeit geleistet.

  4. Sehr komisch, in der Animania haben sie das Maid-Café als eines der Highlights vorgestellt…
    Dann bin ich mal gespannt wie die deutsche Fassung von Sao so ist 😀

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