Review: Summer Wars

Es kommt zwar etwas spät, da der Film bereits schon seit einigen Monaten bei uns erschienen ist, aber leider bin ich erst jetzt dazu gekommen ihn zu schauen. Deshalb hier nun mein Feedback zu diesem Animationsfeuerwerk.

Inhalt:

Kenji Koiso ist ein Highschool Student, der zwar gut in Mathe ist, aber nicht im Umgang mit anderen Menschen. Während der Sommerferien wird Kenji von seinem Senpai Natsuki Shinohara in ihre Heimatstadt auf dem Land eingeladen. Kurz nach seiner Ankunft beginnt sich weltweit die Realität mit einer anderen Welt namens Oz zu überschneiden, woraufhin sich Natsukis zahlreiche Familienmitglieder unter der Leitung ihrer energiegeladenen 90-jährigen Großmutter aufmachen, die Menschheit zu retten. (Quelle: anisearch.de)

Summer Wars ist ein Film, der vor allem durch seine bombastischen Animationen punktet. Die virtuelle Welt, genannt Oz, und die Kämpfe die dort stattfinden sind das Highlight (wenn auch nicht das Einzige) dieses Films. Die Animationen laufen superflüssig und sehen einfach nur genial aus. Allen voran der Kampf von King Kazma gegen die A.I. und das Koi Koi-Battle von Natsuki (was mich stark an Yu-Gi-Oh!-Duelle erinnert hat^^). Auch außerhalb der virtuellen Welt fällt auf, dass sich in einem Bildabschnitt (Frame) oft mehrere Handlungen der Charaktere gleichzeitig abpielen (ähnlich wie bei K-ON!), womit das Animationsstudio MADHOUSE viel Liebe fürs Detail beweist.

Nun machen einen guten Film aber nicht nur tolle Effekte, sondern auch eine glaubwürdige und mitreisende Story aus. Damit wird man auch hier nicht enttäuscht. Die Geschichte um eine Großfamilie ist dabei jedoch eher familientauglich und weniger dramatisch. Hier hätte man an den passenden Stellen ruhig etwas mehr bzw. auffälligere BGM einsetzen können. Zumindest außerhalb der Oz-Kämpfe fällt das deutlich auf. Richtige Spannung kommt selten auf. Dafür ist der WOW-Effekt bei den Kämpfen dann wieder umso größer.

Mein Gesicht bei den Oz-Kämpfen.

Ein Aspekt sollte jedoch noch erwähnt werden, und zwar die vielen lustigen und einzigartigen Mitglieder der Großfamilie. Ich muss dabei an Kazuma denken, der sich seine Kampfphilosophie von seinem Onkel Mansuke abgeschaut hat, welcher mit Vorliebe über die zahlreichen Schlachten der traditionsreichen Familie berichtet. Aber auch Natsukis Onkel Shouta (der Polizist), der vielleicht nicht nur zufällig das englische Wort für „Schreien“ (=shout) im Namen trägt^^. Seine hysterischen Anfälle, die zumeist Kenji treffen, lockern die Stimmung des Anime zusätzlich auf.

Alles in allem ist Summer Wars ein lustiger Familienfilm, mit einigen sehr guten Actionsequenzen und einer unterschwelligen Kritik an dem, was wir Soziale Netzwerke nennen. Dadurch, dass praktisch alles (Bankgeschäfte, Behörden, Ärzte) über die virtuelle Realität Oz laufen, stellt sich die Frage, wie weit die globale Vernetzung gehen sollte. Sollte wirklich jeder Aspekt unserer Gesellschaft über das Internet gelenkt werden? Denkt mal drüber nach.

Meine Wertung: 8/10

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6 Kommentare zu “Review: Summer Wars

  1. Ich hab den Film auch gesehen und würde ihn nicht ganz so gut bewerten. Das liegt aber weniger an den Animationen als an der Story, die mich nicht überzeugen konnte. Dennoch finde ich das Review echt gut von dir.
    Ach ja und ob ich es gut finde, was das Internet so steuert, bis jetzt ist wohl noch alles im grünen Bereich, aber was die Zukunft so bringt, dass weiß ich nicht. Ich bin jedoch optimistisch 😀

    • Ja, der Knackpunkt am Film ist echt die Story. Ist halt nichts außergewöhnliches, sondern eher für Familienabend mit Kindern gemacht. Ich fands auch den Tod der Oma nicht besonders traurig, weil das halt alles nicht so dramatisch wirkte. Aber ich war echt von den Animationen (in Oz) beeindruckt, die waren nah an Perfektion. Die haben ja schließlich auch 3 Jahre an der Produktion gesessen.

      Ich fänd’s ja schon cool, wenn du mit deinem Handyguthaben öfter bezahlen könntest. So wie das in Japan in der U-Bahn oder McDonalds ist: Handy an Scanner halten. Fertig.
      (siehe hier: http://www.digitalps.at/mobilfunk-in-japan-ein-lokalaugenschein/)

  2. Ich war baff als mir jemand eine bizarre Parallele aufwies: Fast die gesamte Geschichte um Oz, sofern man die ganze Familien-Nebengeschichte ausblendet, ist fast 1 zu 1 aus dem Digimon Film (Also der hierzulande bekannten) abgekupfert! O_o War selber überrascht aber es sind doch erschreckend viele Ähnlichkeiten zu erkennen.

    Ich selber fand den film ok, wie schon erwähnt die kampfszenen und auch das Koi Koi sind gut umgesetzt. Ich persönlich mochte auch das Design von „Love Mashine“, insgesamt „gut“, würde hier aber auch eher Viggi zustimmen, soooo toll war er mir auch nicht vorgekommen^^

  3. Pingback: Der Wochenrückblick: Scheren, Höschen und Sabber lecken « Alex' Anime Allerlei

  4. Ich habe den Manga zu Summer Wars gelesen, und der sagt mir noch etwas mehr zu als der Anime. Vielleicht lag es auch an der schrecklichen deutschen Synchro die ich mir zumuten musste, aber dennoch gefiel mir der Manga von der Story her besser. Ansonsten war es relativ erträglich. Ich weiß auch nicht …

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